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Teil 1: Erstellen der VM und Installieren von Debian 13

Ziel dieses Abschnitts

In diesem ersten Teil erstellen wir eine virtuelle Maschine in Proxmox und installieren darauf ein minimales Debian 13-System.

Am Ende dieses Abschnitts:

    läuft Debian erfolgreich in der VM ist das System per Konsole erreichbar sind wir bereit für Netzwerk-, Storage- und Nextcloud-Setup

    Voraussetzungen

    Hardware-Empfehlungen

      RAM: mindestens 4 GB (empfohlen: 8 GB) Systemdisk: mindestens 32 GB (SSD/NVMe empfohlen) Datendisk: separate HDD oder SSD für Nextcloud-Daten CPU: 2–4 Kerne

      VM-Parameter (Beispiel)

        VM-ID: 120 vCPUs: 4 RAM: 4 GB Root-Disk: 32 GB Daten-Disk: 200 GB (später 250GB) Mount-Ziel (später):
        /srv/cloud.zn80.net/data

        Hinweis:
        Die Daten-Disk wird nicht während der Debian-Installation genutzt,
        sondern später separat eingebunden.


        Benötigte Zugangsdaten (Beispiel)

        ⚠️ Hinweis:
        In einer echten Umgebung sollten hier sichere, individuelle Passwörter
        verwendet und in einem Passwortmanager gespeichert werden.

          root (VM) ncadmin (VM) Datenbank-User: nextcloud Nextcloud-Admin: nextcloud_admin

          Debian-Installationsmedium

          Wir verwenden Debian 13 (amd64).

          Download-Quelle (ISO):
          https://debian.snt.utwente.nl/debian-cd/13.3.0/amd64/iso-cd/

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          Schritt 1: VM in Proxmox erstellen

            Neue VM anlegen Gewünschte VM-ID vergeben Das zuvor heruntergeladene Debian-ISO auswählen

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            Schritt 2: VM System-Einstellungen

            Maschinen-Typ und Agent

              Machine: q35
              → moderne CPU-Features wie bessere Unterstützung für PCIe, NVMe und moderne Hardware-Emulation. QEMU Guest Agent: aktivieren
              → bessere Status- und Shutdown-Funktionen

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              Warum q35 und nicht mehr i44fx: Der Maschinen-Typ q35 emuliert einen modernen Intel-Chipset mit nativem PCIe-Support. Das ermöglicht echte PCIe-Passthrough (z. B. für GPUs oder NVMe), AHCI-Controller und vIOMMU-Emulation – im Vergleich zum alten i440fx deutlich besser für aktuelle Gastsysteme und Erweiterungen.

              QEMU Guest Agent: Der QEMU Guest Agent ist ein kleiner Daemon im Gastsystem, der eine direkte Kommunikation mit Proxmox ermöglicht. Er sorgt für sauberes Herunterfahren (statt ACPI-Force), friert Dateisysteme vor Snapshots/Backups ein (für konsistente Zustände) und liefert genaue Status-Infos wie IP-Adressen oder RAM-Nutzung.

              System-Disk konfigurieren

                Disk-Größe: 32 GB Cache: Default Discard: aktivieren
                (nur sinnvoll bei SSD/NVMe)

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                Zweite Disk (Daten) hinzufügen

                Jetzt fügen wir eine zweite Festplatte hinzu, die später ausschließlich für Nextcloud-Daten gedacht ist.

                  Größe: z. B. 200 GB Storage: nach eigener Infrastruktur Discard: aktivieren (bei SSD/NVMe)

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                  Die Daten-Disk starten wir bewusst mit 200 GB – sie kann später bei Bedarf problemlos in Proxmox vergrößert und im Gastsystem erweitert werden, um zu zeigen, wie dynamisches Speicher-Wachstum in einem Homelab funktioniert.

                  CPU-Konfiguration

                    Cores: 4
                    (2 reichen für kleine Setups) Type: host
                    → Proxmox stellt alle CPU-Features bereit

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                    Warum host: Der CPU-Typ „host“ reicht alle Features und Erweiterungen der physischen Host-CPU (z. B. AVX, AES-NI) direkt an die VM durch. Das bringt maximale Performance, eignet sich aber nur, wenn du kein Live-Migration zwischen unterschiedlichen CPUs planst – sonst drohen Abstürze bei Migration.

                    Arbeitsspeicher

                      Minimum: 2 GB (funktional) Empfehlung: 4 GB

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                      Netzwerk

                      Die Standard-Netzwerkeinstellungen können unverändert bleiben.

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                      Übersicht prüfen

                      Wenn alles korrekt konfiguriert ist, sollte die VM-Übersicht in etwa so aussehen.

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                      Jetzt starten wir die VM und beginnen mit der Debian-Installation.---

                      Schritt 3: Debian installieren

                      Sprache & Region

                      Um Deutschland auszuwählen:1. Other 2. Europe 3. Germany

                      Die Tastaturbelegung kann anschließend übernommen werden.---

                      Hostname & Domain

                        Hostname: z. B. nc oder cloud Domain: entweder online oder Heimnetz
                        (z. B. intranet.zuhause.de oder example.org)

                        Ich habe hier cloud und zn80.net gewählt.

                        Root-Passwort setzen

                        Ein starkes Root-Passwort vergeben.

                        Da direkter SSH-Login als root ein hohes Risiko darstellt, werden wir nach der Installation diese Möglichkeit deaktivieren.

                        Normalen Benutzer anlegen

                        Neben dem root-Nutzer benörtigen wir noch einen weitere normalen Nutzer. Ich habe hier als Beispiel den Namen ncadmin genommen. Auch hier sollten wir ein starkes Passwort vergeben.

                        Partitionierung

                          Guided – use entire disk Wichtig: die kleine 32-GB-Disk auswählen
                          (meist /dev/sda) Alle Daten in eine Partition

                          und auf die Disk schreiben.

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                          Partitionierungshinweise

                          Bei der manuellen oder geführten Partitionierung während der Debian-Installation wird häufig die Option "Guided – use entire disk" ausgewählt. Eine Alternative ist die Variante "Guided – use entire disk and set up LVM". Diese Variante legt Logical Volume Manager (LVM) an und ermöglicht es später, Partitionen (insbesondere das Root-Dateisystem) flexibler zu vergrößern, ohne die Festplatte neu partitionieren zu müssen.

                          Swap-Bereich
                          Unabhängig von der gewählten Partitionierungsmethode sollte eine Swap-Partition oder Swap-Datei eingerichtet werden. Im Screenshot oben ist zu sehen, dass eine 1.8 GB Swap-Partition eingerichtet wurde.


                          Übliche Orientierungswerte:

                          • mindestens 2–4 GB Swap bei Systemen mit wenig RAM
                          • bei Systemen mit ≤ 8 GB RAM wird oft die Größe des Arbeitsspeichers (also 1:1) als Swap empfohlen
                          • bei sehr viel RAM (> 16–32 GB) reicht meist deutlich weniger Swap (2–8 GB) oder eine Swap-Datei

                          Paketquellen & Updates

                            Zusätzliche Medien: Nein Debian-Mirror:
                              Land: Germany Mirror: deb.debian.org Proxy: Nein Teilnahme an Statistik: Nein

                              Paket-Auswahl

                              Wir installieren kein Desktop-System.- ❌ Debian Desktop Environment

                                ❌ GNOME ✅ SSH Server

                                Den Webserver installieren wir später gezielt selbst.

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                                Bootloader

                                  GRUB auf: /dev/sda
                                  (SCSI-0)

                                  Die Debian-Installation ist nun abgeschlossen.

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                                  Schritt 4: Boot-Reihenfolge prüfen

                                  Entferne das ISO aus der CD/DVD-Hardware der VM und setze die Boot-Reihenfolge auf ‚Hard Disk‘ zuerst, damit die VM direkt vom installierten System startet – sonst bootet sie endlos vom leeren ISO.

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                                  Falls die VM erneut vom ISO startet:1. VM ausschalten 2. Options → Boot Order 3. Systemdisk nach oben ziehen 4. ISO nach unten oder deaktivieren

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                                  Boot Order falsch

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                                  Boot Order korrekt

                                  Ergebnis

                                  Wenn alles korrekt war, landen wir jetzt auf einer Login-Konsole von Debian 13.

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                                  Nächster Schritt

                                  Im nächsten Teil:

                                    statische IP konfigurieren zweite Disk partitionieren, formatieren und einbinden Basis-System vorbereiten