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Teil 2: Einrichten IP, Nutzerrechte und zweiter Festplatte für die Daten

Ziel dieses Abschnitts

In diesem Abschnitt konfigurieren wir die frisch installierte Debian-VM weiter. Wir vergeben eine feste IP-Adresse, richten saubere Nutzerrechte ein und binden die zweite Festplatte dauerhaft für die Nextcloud-Daten ein.

Alle Pakete auf den aktuellen Stand bringen und saubere Administratorrechte vorbereiten.

Am Ende dieses Abschnitts:

  • ist die VM per statischer IP erreichbar
  • ist ein normaler Admin-User mit sudo-Rechten eingerichtet
  • ist die Datenfestplatte korrekt gemountet und persistent eingebunden

Schritt 1: Anmeldung an der VM und Überblick

Voraussetzungen

  • Debian 13 ist erfolgreich installiert
  • Die VM läuft in Proxmox
  • Zugriff auf die Proxmox-Weboberfläche
  • Ein SSH-Client (z. B. Tabby, Terminal, iTerm, PuTTY)

Hardware-Empfehlungen

  • Zweite virtuelle Festplatte ist bereits in Proxmox hinzugefügt
  • Größe nach Bedarf (z. B. 200 GB oder mehr)
  • Disk wurde noch nicht innerhalb von Debian konfiguriert

VM-Parameter (Beispiel)

  • Hostname: nextcloud-vm
  • Statische IP (Beispiel): 192.168.10.120
  • Gateway: 192.168.10.1
  • DNS: internes DNS + Fallback

Benötigte Zugangsdaten (Beispiel)

  • Benutzer: ncadmin
  • Root-Passwort
  • SSH-Zugriff auf die VM

Anmeldung per SSH

Starte die VM in Proxmox und ermittle dort die aktuell vergebene IP-Adresse.

Verbinde dich anschließend per SSH mit dem Admin-User ncadmin bzw. mit dem, den du in Teil angelegt hast.

# Hier den Namen und IP von deiner VM nehmen
ssh ncadmin@192.168.10.120

Beim ersten Verbindungsaufbau den Fingerprint mit yes bestätigen und anschließend das Passwort eingeben.


Schritt 2: Statische IP-Adresse konfigurieren

Ziel

Die VM soll immer unter derselben IP-Adresse erreichbar sein. Das ist Voraussetzung für DNS, Reverse Proxy und später für Nextcloud selbst.

Netzwerk-Konfiguration bearbeiten

Öffne die Datei /etc/network/interfaces:

sudo nano /etc/network/interfaces

Passe das primäre Interface wie folgt an (der Interface-Name kann abweichen, häufig ens18):

# The primary network interface
allow-hotplug ens18
#iface ens18 inet dhcp
iface ens18 inet static
    address 192.168.10.120
    netmask 255.255.255.0
    gateway 192.168.10.1
    dns-nameservers 192.168.10.6 1.1.1.1

Die IP-Adressen müssen zu deinem Netzwerk passen.

Speichern mit STRG+O, bestätigen mit Enter, beenden mit STRG+X.

Damit die in der interfaces-Datei gesetzten dns-nameservers auch tatsächlich übernommen werden, muss das Paket resolvconf installiert und aktiviert sein.

sudo apt install resolvconf
sudo systemctl enable resolvconf
sudo systemctl start resolvconf

Nun den Netzwerkdienst neu starten:

sudo systemctl restart networking

Wichtig: Nicht das aktuelle Terminal schließen.

Öffne stattdessen ein neues Terminal und teste, ob du dich erneut per SSH anmelden kannst.

  • Verbindung klappt → Konfiguration korrekt
  • Verbindung klappt nicht → bestehendes Terminal nutzen und die Netzwerkkonfiguration anpassen

Schritt 3: System aktualisieren und Root-Zugriff

In den Root-Modus wechseln

su -

System aktualisieren

apt update
apt dist-upgrade

Damit werden Paketlisten und installierte Pakete vollständig aktualisiert.

Optional kann an dieser Stelle auch noch der Hostname angepasst werden.


Schritt 4: sudo-Rechte einrichten

Der normale Benutzer soll administrative Aufgaben ausführen können, ohne dauerhaft als root angemeldet zu sein.

sudo installieren

apt install sudo

Benutzer zur sudo-Gruppe hinzufügen

usermod -aG sudo ncadmin

Danach kann man sich als root abmelden und künftig Befehle mit sudo ausführen.

Schritt 5: Zweite Festplatte vorbereiten

Die zweite virtuelle Festplatte wird partitioniert, formatiert und als Datenverzeichnis für Nextcloud eingebunden.

Überblick über vorhandene Laufwerke

lsblk

Die zweite Festplatte ist meist /dev/sdb.

Partition erstellen

sudo fdisk /dev/sdb

Eingaben innerhalb von fdisk:

  • n (new)
  • p (primary)
  • 1
  • Enter (Start)
  • Enter (Ende)
  • w (write)

Dateisystem erstellen

sudo mkfs.ext4 -L cloud.zn80.net /dev/sdb1

Mount-Verzeichnis anlegen

sudo mkdir -p /srv/srv.cloud.net

Schritt 6: Festplatte dauerhaft einbinden

Ziel

Die Datenfestplatte soll beim Systemstart automatisch gemountet werden.


UUID ermitteln

blkid

Notiere dir die UUID von /dev/sdb1.

/etc/fstab bearbeiten

sudo nano /etc/fstab

Folgende Zeile ergänzen bzw. ändern:

# nextcloud data
UUID=XXXXXXXX-XXXX-XXXX-XXXX-XXXXXXXXXXXX  /srv/cloud.zn80.net  ext4  defaults,noatime  0  2

Speichern und Editor schließen.

Einbindung testen

sudo mount -a
df -h

Die Festplatte sollte nun unter /srv/cloud.zn80.net/data eingehängt sein.


Schritt 7: Festplatte vergrößern (optional)

Ziel

Falls der Speicher später erweitert werden muss, kann die bestehende Partition vergrößert werden, ohne Datenverlust.


Disk in Proxmox vergrößern

  • VM auswählen
  • Disk → Resize
  • gewünschte Größe hinzufügen

In Debian neu einlesen

echo 1 > /sys/block/sdb/device/rescan

Falls nötig, VM neu starten.

Freien Speicher prüfen

parted -s -a opt /dev/sdb "print free"

Partition vergrößern

parted -s -a opt /dev/sdb "resizepart 1 100%"

Dateisystem anpassen

e2fsck -f /dev/sdb1
resize2fs /dev/sdb1

Danach zeigen lsblk und df -h die neue Größe an.

Hinweis: Unterschiede zwischen angezeigten Größen ergeben sich durch GB vs. GiB.


Damit ist das System vollständig vorbereitet. Die eigentliche Nextcloud-Installation folgt in Teil 3.