Proxmox VE neu installieren, ohne VM/LXC-Daten zu verlieren (nur ZFS)
TODO – IN ARBEIT
Warnung: Diese Methode gilt nur, wenn VMs und LXCs auf einem separaten ZFS-Pool liegen, der nicht dein Proxmox-Boot-Pool (
rpool) ist.
Wählst du während der Installation die falschen Festplatten aus, löschst du deine VM-/Container-Daten für immer.
Geltungsbereich:
Entwickelt für Proxmox-Systeme mit einem einzigen Knoten, die ZFS nutzen.
Bei einem Cluster mit mehreren Knoten brauchst du zusätzliche Schritte für die Cluster-Wiederherstellung – die werden hier nicht behandelt.
Basisszenario
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Host-Typ: Einzelner Proxmox VE-Knoten mit ZFS
- Boot-Pool:
rpool– ZFS-Spiegel (2× SSD) - Datenpool:
zfs-data– RAIDZ2 (4× NVMe) – hier liegen alle VM-/LXC-Festplatten - Ziel: Proxmox VE neu installieren ohne die VM-Festplatten-Images sichern zu müssen
- Boot-Pool:
Schritt 1: Wichtige Konfigurationsdateien sichern
Die VM- und LXC-Metadaten (also quasi die „Shells“) liegen hier:
/etc/pve
Diese Dateien enthalten Namen, Hardware, Festplatten und Ressourcen.
VM-Konfigurationsdateien
/etc/pve/qemu-server/*.conf
LXC-Konfigurationsdateien
/etc/pve/lxc/*.conf
Empfohlene zusätzliche Sicherungen
/etc/network/interfaces
/etc/hosts
/etc/pve/storage.cfg
Tipp: Nutze
scp,rsyncoder WinSCP, um die Dateien an einen sicheren Ort zu kopieren.
Schritt 2: Alle Ressourcen sauber herunterfahren
Damit die Daten konsistent bleiben:
# Alle VMs stoppen
qm stop $(qm list | awk ‚NR>1 {print $1}‘)
# Alle LXCs stoppen
pct stop $(pct list | awk ‚NR>1 {print $1}‘)
Danach den Host ausschalten:
shutdown -h now
Schritt 3: Proxmox VE (sehr vorsichtig) neu installieren
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Von der Proxmox VE-ISO booten
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Bei der Festplattenauswahl:
- Wähle nur die SSDs aus, die zu
rpoolgehören - Wähle auf keinen Fall die NVMe-Platten aus
zfs-dataaus
- Wähle nur die SSDs aus, die zu
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Rest der Installation ganz normal durchlaufen
Wichtig: Falsche Festplatten auswählen = deine VM-Daten sind für immer weg.
Schritt 4: Den vorhandenen ZFS-Datenpool importieren
Nach dem ersten Boot:
zpool import
Wenn zfs-data automatisch da ist → super, weiter.
Falls nicht:
zpool import -f zfs-data
Check danach:
zpool status zfs-data
zfs list
Schau, ob die Datensätze mit deinen VM-Festplatten da sind.
Schritt 5: Konfigurationsdateien zurückspielen
Kopier die gesicherten Dateien wieder zurück:
scp qemu/*.conf root@<new-proxmox-ip>:/etc/pve/qemu-server/
scp lxc/*.conf root@<new-proxmox-ip>:/etc/pve/lxc/
Die sollten sofort in der Weboberfläche auftauchen.
Schritt 6: Den ZFS-Pool wieder als Speicher hinzufügen
Option A: Web-GUI (empfohlen)
Rechenzentrum → Speicher → Hinzufügen → ZFS
Auswählen: zfs-data
Inhalt: Festplatten-Image, Container
Option B: storage.cfg wiederherstellen
scp storage.cfg root@<new-proxmox-ip>:/etc/pve/storage.cfg
systemctl restart pve-cluster
Schritt 7: Prüfen, ob /etc/pve funktioniert (sehr wichtig)
Falls /etc/pve leer aussieht:
systemctl status pve-cluster
systemctl status corosync
journalctl -xe
Das Cluster-Dateisystem muss laufen, sonst kannst du die Konfigurationsdateien nicht nutzen.
Abschließende Überprüfung: Test-VM/LXC starten
qm start 100
pct start 103
Starten beide sauber → System ist wieder einsatzbereit.
Hinweis zur Wiederherstellung
Falls du die Konfigurationssicherungen verloren hast, kannst du die Metadaten eventuell trotzdem retten, indem du schaust:
/zfs-data
oder:
zfs list
Die Datensatz-Namen entsprechen meist den VM-IDs.
Zusammenfassung
Wenn du die Konfigurationsdateien sicherst und den alten ZFS-Datenpool einfach wieder importierst, kannst du Proxmox VE neu installieren ohne riesige VM-Disk-Images zu kopieren. Das spart dir massiv Zeit, Bandbreite und Ausfallzeit. Die ganzen Prüfschritte machen den Prozess deutlich sicherer und wiederholbar.