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Zwei Homer-Dashboards in einem LXC betreiben

Wer im Self-Hosting tiefer einsteigt, neigt dazu, für jeden neuen Dienst einen eigenen Proxmox-LXC anzulegen.
Das ist nachvollziehbar, sauber – aber auf Dauer auch unnötig schwergewichtig.

Jeder zusätzliche Container bringt sein eigenes Dateisystem, eigene Updates, eigene Backups.
Für große oder sicherheitskritische Dienste ist das sinnvoll.
Für kleine, statische oder sehr schlanke Services oft nicht.

In diesem Beitrag zeige ich einen alternativen Weg:
eine zweite Instanz eines bestehenden Dienstes im selben LXC, am Beispiel des Homer Dashboards.

Ausgangslage

Es existiert bereits ein laufendes Homer-Dashboard unter:

/opt/homer

Nun soll eine zweite, unabhängige Variante dazukommen – etwa eine „Lab-Version“ zum Testen neuer Links oder Konfigurationen – ohne dafür einen neuen Container aufzusetzen.

1. Datenbasis duplizieren

Homer ist eine statische Webanwendung, die lediglich über einen kleinen Python-Webserver ausgeliefert wird.
Entsprechend genügt es, das bestehende Verzeichnis zu kopieren und anzupassen:

/opt/homer-lab

Kein Build-Prozess, keine Abhängigkeiten, kein zusätzlicher Ballast.

2. Systemd-Service kopieren

Damit auch die zweite Instanz sauber startet, braucht sie einen eigenen systemd-Service.
Der bestehende Dienst wird dupliziert und klar benannt, etwa als:

homer-lab.service

Damit bleiben Zuständigkeiten nachvollziehbar und Logs sauber getrennt.

3. Konfiguration anpassen

In der neuen Service-Datei werden im Wesentlichen zwei Dinge geändert:

  • der Pfad zum neuen Verzeichnis
  • ein eigener Port, damit sich beide Instanzen nicht in die Quere kommen

Mehr ist nicht notwendig.
Kein zusätzliches Netzwerk-Setup, keine komplexe Isolation.

4. Service registrieren und starten

Nach dem Reload des systemd-Daemons kann der neue Dienst aktiviert und gestartet werden.
Ab diesem Punkt laufen beide Dashboards parallel – vollständig unabhängig, aber innerhalb desselben Containers.

5. Kurze Kontrolle

Ein Blick auf die offenen Ports oder die aktiven Services reicht aus, um zu sehen, dass beide Instanzen sauber laufen.

Kein Hexenwerk.
Aber effektiv.

Warum dieser Ansatz sinnvoll ist

  • Minimaler Ressourcenverbrauch
    Eine zweite Homer-Instanz benötigt nur rund 30 MB zusätzlichen RAM.
  • Einfachere Backups
    Ein einziges LXC-Backup enthält nun beide Dashboards.
  • Weniger Wartungsaufwand
    Betriebssystem-Updates fallen nur einmal pro Container an.

Gerade bei kleinen, statischen oder rein internen Diensten ist das ein pragmatischer Mittelweg zwischen „alles in einen Container werfen“ und „für jeden Port einen eigenen LXC“.

Gedanke für Fortgeschrittene

Wer mehrere solcher Dienste betreibt, sollte früher oder später einen Reverse Proxy davorschalten – etwa Caddy oder Nginx Proxy Manager.
Damit lassen sich die einzelnen Instanzen über sprechende URLs statt über Portnummern erreichen, ohne die interne Struktur weiter zu verkomplizieren.